In Amerika gibt es ja zur Zeit diese unsägliche Debatte über eine angeblich geplante Moschee am Ground Zero. Keith Olberman sagt, was es dazu zu sagen gibt:
This is America, damnit!
Ohne Worte
Meine ganz persönliche Gute-Laune-Maschine:
Anwendung mindestens 1x tgl.
Punch Brothers
Habe mir gerade das neue Album der Punch Brothers angehört. Die Herren kommen vom Bluegrass, sind selbigem aber längst entwachsen. Ein genialer Mix von Pop, Swing, Rock, Kammermusik und ja, etwas Bluegrass ist auch drin. Eigentlich ein eigenes Genre. Das Ganze extrem virtuos dargeboten – instrumental wie vokal – dazu mit einer gehörigen Portion Groove.
Ich stehe auch total auf die minimalistische Herangehensweise, was die Aufnahme- bzw. Verstärkungstechnik angeht: ein bis zwei gute Mikros am Bühnenrand, der Rest ist Stellungsspiel. Just like in the old days.
Don’t Need To
(nicht so gute Audio-Qualität, Ton + Bild etwas asynchron, but boy, what a groove)
Alex
(Auszüge aus den Kommentaren:
heaven
Listen to this twice, and it will be forever stuck in your head.
I’m changing my name to Alex
sexiest thing i have ever seen.
Okay, WNRN – to which address should I send my firstborn child?)
BP, are you listening?
Oder eher “Obama, are you listening?”
Es scheint, als gebe es mindestens zwei Experten, die eine Lösung für das 350.000-barrels-a-day-Problem zu haben glauben.
Die vorgeschlagene Lösung besteht darin, Supertanker in den Golf von Mexico zu schicken und diese das entfleuchte Öl aufsaugen, filtern und an Land bringen zu lassen, wo es dann weiterbearbeitet, zentrifugiert und generell wieder brauchbar gemacht werden kann.
Einer der Leute, die solches vorschlagen, hat Erfahrungen mit einer Ölkatastrophe ähnlichen Ausmaßes gemacht, die in den Jahren 1993 und 1994 im arabischen Golf stattgefunden hat (und über die im Westen damals nichts bekannt wurde). Es heißt, sie hätten damals 85% des Öls wieder eingefangen.
This process not only cleaned up the ocean but it saved the local environment, minimized shoreline damage, and recovered approximately 85% of the crude oil.
Nick does not know what the appropriate channels are to effectuate this process but feels, if asked, the Saudi Government may be willing to assist as he believes, that with the right calls, tankers could be on the scene in 2 days.
Das Problem ist, dass diesem Mann niemand Gehör zu schenken scheint.
WTF?
Leleland Berlin

Gestern abend habe ich mir mit zwei Freunden die Nase am Schaufenster des Leleland in der Gneisenaustrasse in Berlin-Kreuzberg plattgedrückt. “Ey kuck mal, ne Les Paul-Uke!” “Sieh dir mal die Tweed-Cases an, wachsen die noch?” und ähnliches sprudelte aus unseren offen stehenden Mündern. Ein Laden, der nur Ukulelen führt. Und Zubehör. Wir waren baff. Plötzlich nähert sich ein verschmitzt dreinschauender Herr und fragt: “Wollt ihr rein?” Spricht’s und zückt den Schlüsselbund. Die nächste halbe Stunde versuchen wir, sämtliche 150 (geschätzt) Instrumente der Reihe nach ausgiebig zu beäugen, belauschen und zu befingern. Der freundliche Besitzer des im Januar 2010 eröffneten Ladens führt uns lediglich Gitarre oder gar Bass spielende Grobmotoriker geduldig ein in die Welt des hüpfenden Flohs.
Sämtliche von der Gitarre bekannten Bauformen existieren hier: Klassik, Flattop, Archtop, Solidbody (Les Paul, Telecaster, Surfcaster), Resonator, mit Cutaway, mit Doppelsaiten etc pp. Weiter gibt es die verschiedenen Mensurlängen: Sopran (aka. Standard, g’ c e a), Tenor (ebenfalls g’ c e a), Bariton (d g b e?). Dann noch die sog. “low-g” Stimmung bei Sopran und Tenor, wo die 4. Saite eine Oktave tiefer klingt, also insgesamt der Gitarre ähnlicher. Gerade die oktavierte g-Saite aber macht für mich den Reiz dieses Instrumentes aus, so ergeben sich eben komplett andere, in der Regel “engere” Voicings.
Heute mittag habe ich meine Erforschung des Ladens vertieft, konnte ganz in Ruhe* die verschiedenen Modelle anspielen und mir “meine” Uke auswählen. Klar, dass 98% der dort angebotenen Instrumente aus China stammten. Ausnahmen: eine aus Portugal, ein paar tschechische (“europäische”), eine amerikanische Martin und zwei oder drei deutsche Ukulelen. Meine ist eine chinesische “Richwood” mit Nato-Korpus mit Mahagoni-Decke. Klang für mich subjektiv am preis-wertesten. Als Besonderheit hat die Richwood eine umwickelte C-Saite (das ist die 3. Saite), die sich ganz passabel ins Klangbild einfügt und die gefühlte Lautstärke erhöht. Die Mechaniken sind keine normalen Uke-Pegs, die keinerlei Übersetzung haben und das Stimmen zur Geduldübung machen, sondern übliche Gitarrenmechaniken.
Allerdings ist das Setup verbesserungsfähig: die Saitenlage über dem 1. Bund ist zu hoch, so dass besonders bei der C-Saite das bekannte Phänomen der – im Vergleich zur Leersaite – zu hoch klingenden gegriffenen Töne zum Tragen kommt. Hier wird die Sattelfeile zum Einsatz kommen müssen, evtl. sogar ein Kompensationsstäbchen für die Leersaite. Außerdem schnarren die Töne im 7. Bund der oberen beiden Saiten. Der 8. Bund muss somit etwas flacher gefeilt werden. Generell könnten auch die Bundenden besser verrundet sein. Insgesamt bin ich aber ganz zufrieden mit dem charmanten Klang der Zwergengitarre.
Das obige Foto habe ich aus dem Netz, genauer aus dem Forum des 1. deutschen Ukulele-Clubs (jaja, die Deutschen…), mein Handy-Akku war zu dem Zeitpunkt leer, so dass ich keine eigenen Fotos habe machen können. Ich gehe davon aus, dass es im Sinne des Besitzers ist, wenn der Laden auf diese Weise bekannt gemacht wird. Gerne hätte ich natürlich auch zur Webseite des Leleland verlinkt, aber die scheint noch nicht fertig zu sein. Dort wird es aber auch einen Shop geben, wo man Instrumente, Saiten und Zubehör online wird erwerben können.
*Während meines Beratungsgespräches betritt ein amerikanisches Pärchen mit 18 Monate altem Kleinkind den Laden. Grußlos macht sich die Frau an allerlei Instrumenten zu schaffen, während der Papa versucht, das Blag davon abzuhalten, sämtliche in Greifnähe befindlichen Gegenstände an sich zu reißen. Unterdessen unterhalten sie sich lautstark auf englisch. Wenn ich nicht so differenziert über Amerikaner denken würde, hätte ich bestimmt etwas geäußert wie “typisch ungehobelte, arrogante, großkotzige Gringos”. Die Frau konnte übrigens sehr gut mit der Ukulele umgehen. Der Ladenbetreiber trug’s mit Fassung und ging freundlich auf die beiden zu.